Anlässlich des 40. Jahrestages der Reaktor-Katastrophe von Tschornobyl/Tschernobyl haben wir mit einer Mahnwache am Uniplatz an die Opfer und die Gefahren der Atomkraft erinnert.
Ole Krüger, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN MV: „Einige Parteien wie die CDU fordern immer lauter eine Rückkehr zur Atomenergie. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern wäre das fatal, denn unser Bundesland profitiert wirtschaftlich besonders stark von den Erneuerbaren Energien. Allein Windenergie hat in MV tausende Jobs geschaffen und erbringt über 100 Millionen Euro Steuererträge pro Jahr. Der hohe Anteil Erneuerbarer Energien hat dafür gesorgt, dass der Strompreis nach Beginn des Irankrieges nicht durch die Decke gegangen ist. Darum sollten wir unsere Energie-Unabhängigkeit weiter erhöhen.
Atomkraft hilft uns in der aktuellen Energiekrise am allerwenigsten. Neue Atomkraftwerke kosten zweistellige Milliardenbeträge und machen Atomstrom zur teuersten Energieform. Wir werden damit erneut abhängig von Uranlieferungen aus Ländern wie Russland oder Kasachstan. Atomkraftwerke können nicht kurzfristig hoch- und runtergefahren werden. Das heißt, sie produzieren auch dann teuren Strom, wenn eigentlich genug Energie aus Sonne und Wind da ist. Sie sind weiterhin hochgefährlich und nach wie vor gibt es nicht einmal ein sicheres Endlager für den Atommüll in Deutschland. Bis heute sollen in einigen Regionen Deutschlands keine Waldpilze verzehrt werden, weil der Super-GAU von Tschornobyl/Tschernobyl noch erhebliche radioaktive Spuren hinterlassen hat.
Die Rückkehr zur Atomkraft wäre darum ein gefährlicher Irrweg.“

Tschornobyl = dt. Umschreibung aus dem Ukrainischen;
Tschernobyl = dt. Umschreibung aus dem Russischen.